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McDonnel Douglas F-4J Phantom II – Zoukei-Mura SWS48-04 – Review

Eine Phantom, eine Phantom…noch eine Phantom? Aus der „Super Wing Series“ von Zoukei-Mura aus Japan wird nun eine neue/weitere F-4 Phantom auf dem Markt angeboten. Reicht die Qualität des Bausatzes um mit dem der F-4J von Academy mitzuhalten oder ist dieser gar besser? Wir schauen mal in die Box.


Hersteller: Zoukei-Mura
Produktnummer: SWS48-04
Maßstab: 1/48
Kategorie: Bausatz
Erschienen: 12/2016
Preis: ca. 80,00 Euro
Inhalt: 338 Teile verteilt auf  10 Spritzgussrahmen, 1 Anleitung, 1 Bemalungsanleitung, 1 Decalbogen

Über die F-4 Phantom muss hier nicht mehr viel geschrieben werden. Eines der bekanntesten Flugzeugmuster mit der markanten Abgasfahne, die sie hinter sich her zog, oder auch gerne als Diesel der Lüfte bezeichnet. Teilweise wird die F-4 Phantom sogar noch heute von verschiedenen Luftwaffen auf dieser Welt eingesetzt.

Beim Durchschauen der Spritzgussrahmen fallen einem als erstes die Halbschalen des Rumpfes ins Auge, also wurde von ZMdie klassische Bauweise des Modells  gewählt. Bei Academy wurde dies anders ausgeführt, jedes Verfahren hat seine Vor- und Nachteile. Auf den ersten Blick sind die vorliegenden Teile alle sauber und akkurat ausgeführt und mit feinen/feinsten Blechstössen und Nietenreihen versehen/graviert. Das Cockpit scheint vom Gefühl her sogar noch mal eine Spur feiner zu sein als das, was bislang im Spritzguss zu sehen war. Die Martin Baker Schleudersitze bestätigen diesen Eindruck, selbst das Prüfloch für die Druckanzeige auf der Sitzfläche ist vorhanden. Allerdings fehlen die Gurte.

ZM hat dem Bausatz zwei kompl. GEJ-79-GE-10 Düsentriebwerke samt passenden Lufteinläufen beigelegt. Ein  Düsentriebwerk kann bei Bedarf auf einen Displayständer, der sich leicht versteckt im Spritzgussrahmen „E“ wieder findet, dargestellt werden. Ein Wermutstropfen sind die im Material doch etwas  zu stark dargestellten Exhaust Nozzles, hier sollte man wohl auf feinere Resinteile zurück greifen.

Die Spritzgussrahmen

Die Cockpithaube kann geöffnet oder geschlossen dargestellt werden, hierfür liegt sogar eine einteilige klare Haube bei.

Im unteren Bereich der F-4 Phantom bietet ZM doch eine Menge Details für die Fahrwerksschächte, -beine und Reifen. Hier muss wenig nachdetailliert werden, es fehlen eigentlich nur noch die obligatorischen Bremsleitungen an den Fahrwerksbeinen. Die Haupträder bestehen aus vier Teilen und sind leider nicht gewichtsbelastest dargestellt.  ZM bietet aber schon entsprechenden Ersatz aus Resin an, der nicht gerade günstig ist. An Aussenlasten/Bewaffnung liegt dem Bausatz folgende Bestückung bei:

  • 4x AIM-7E Sparrow
  • 4x AIM-9D Sidewinder
  • 2x 370 Gallonen externe Flügeltanks
  • 1x 600 Gallonen Rumpftank

Detailaufnahmen

Die Anleitung von ZM darf man als ein gelungenes Werk bezeichnen, sie besteht gerade mal aus 28 Seiten die  46 Steps bis zur Vollendung der F-4 Phantom enthalten – also recht kompakt. Die Bausteps sind sehr vorbildlich gezeichnet und mit entsprechenden Warnhinweisen, Informationen und Reihenfolgen der zu verbauen Teile innerhalb eines Steps beschrieben und lassen so auch keine Fragen offen. Was besonders ins Auge fällt, sind die Farbangaben, die jeweils oben auf der entsprechenden Seite für die anstehenden Steps abdruckt wurden.

Zur Bemalung der F-4 Phantom und den ganzen vielen Nassschiebebildern (Decals) liegt ein zweiseitiges, farbig bedrucktes DIN A3 Papier als Anleitung bei. Auf der Front ist die Seitenansicht zu finden, die sogar 1:1 zum Modell dargestellt ist! Die Rückseite wiederum ist etwas verkleinert dargestellt. Die Farbangaben sind in erster Linie auf Vallejo abgestimmt, aber beim genaueren Hinsehen entdeckt man auch schnell die Farbangaben für Gunze Mr Color. Der Decalbogen stammt von Cartograf aus Italien und steht für entsprechend gute Qualität der Decals, welche man auch sieht. Neben den Hoheitszeichen und Nummern der F-4 Phantom sind auch zahlreiche Wartungs-/Warnhinweise zum Bekleben des Modells vorhanden. Leider auch nur für genau eine F-4J Phantom II, nämlich

F-4J, Bu.no. 155800, VF-96, NG/100, USS Constellation, 1972, CAG (Showtime 100)

Zur Verbesserung/Aufwertung bietet Zoukei-Mura auch gleich zum Erscheinen des Modellbausatzes schon folgende passende Sets an:

  • SWS48-04-M01 Metallfahrwerk
  • SWS48-04-M02 Reifenset aus Resin
  • SWS48-04-M03 PE-Set für das Cockpit
  • SWS48-04-D01 Decal-Set Phantom
  • SWS48-04-C01 F-4J/S Color Set (Vallejo)

Fazit:
Zoukei-Mura hat hier eine solide Basis für eine F-4 Phantom aufgelegt. Die Aufteilung der Bauteile ist sehr modular gehalten, was  von einem schnellen Nachfolgen weiterer Varianten in der Zukunft sprechen würde (besonders die Langnasen-Varianten der Phantom). Preislich ist der Bausatz ganz oben auf der Leiter zu finden, ein PE-Satz mit Sitzgurten hätte dem Bausatz gut getan. Die Montage des Modells scheint auf leichte Baubarkeit ausgelegt zu sein und sollte auch den Anfänger nicht vor große Probleme stellen.

Welcher Bausatz ist jetzt der Bessere? Academy, Hasegawa oder Zoukei-Mura stehen zur Auswahl. Hasegawa lassen wir mal aussen vor, deren Bausätze sind in die Jahre gekommen, haben aber immer noch durch die Variantenvielfalt ihre Daseinsberechtigung. Academy und Zoukei-Mura haben beide schöne Bausätze auf dem Markt und im Grunde stehen beide Hersteller von Qualität, Ausführung der Konstruktion und Detailreichtum auf einer Ebene, der einzige Faktor im Moment wäre hier der Preisunterschied zu Gunsten von Academy zu nennen.

 

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1 Comment

  1. Donnerwetter! Sehr schöne und informative Besprechung dieses neuen Bausatzes! Die Detailaufnahmen gefallen mir wegen der knackigen Schärfe! Lob!

    Was mir an den von Zoukei-mura mit Liebe angebrachten Details auch aufgefallen ist, ist der Lufteinlass für die Zusatztanks ganz hinten am Heck unter dem Leitwerk. Dort ist sogar das winzige Blech der Trennwand angespritzt!

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